Studie verdeutlicht die hohe Bedeutung der Eigenkapitalfinanzierung für Innovation und Wachstum

Markus Burgdorf | November 9th, 2009 - 12:47

Eine gemeinschaftliche Studie der TU München, Ernst & Young und der Deutschen Börse hat nun die Ursachen für diesen Trend zu einem Mehr an Eigenkapital untersucht und zugleich die Bedeutung des Börsengangs für die Unternehmensentwicklung und die Volkswirtschaft analysiert.

„Die Mehrheit der Unternehmen finanziert mit dem Börsengang Wachstumsstrategien und stärkt die Eigenkapitalbasis“, sagte Frank Gerstenschläger, Mitglied des Vorstands der Deutschen Börse. „Die Studie zeigt deutlich, dass die Unternehmen nach dem Börsengang ihre in- und ausländischen Umsätze steigern, ihr Geschäft stärker diversifizieren und mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken.“

Die Studie zeige, dass es einen Weg zurück zur traditionellen banken- und fremdkapitalorientierten Finanzierung für viele Unternehmen nicht mehr geben wird, sagte Ulrich Lenz von Ernst & Young: „Nur mit einem breiten Finanzierungsansatz und einem klaren Fokus auf Eigenkapital können Unternehmen in der Zukunft ihre Unabhängigkeit sichern und neue Wege zu profitablem Wachstum beschreiten.“

Die Studie zeige aber auch, dass auf dem Weg zu tieferen Eigenkapitalmärkten und einer ausgeprägten Aktienkultur noch eine Reihe von Hindernissen überwunden werden muss, sagte Christoph Kaserer, Univ.-Prof. der TU München. Anderen Ländern, insbesondere den angelsächsischen, sei es gelungen, diese abzubauen. „Deutschland muss einen Weg finden, um sowohl nachfrageseitig, also für die Unternehmen, als auch angebotsseitig, also auch für die Investoren, einen aktiveren Markt für Eigenkapital zu entwickeln.“

Auf dem 13. Deutschen Eigenkapitalforum Herbst vom 9. bis 11. November in Frankfurt wird die Studie „Wachstum und Unabhängigkeit durch Eigenkapitalfinanzierung – Strukturwandel und Lösungsansätze für den deutschen Mittelstand in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise“ vorgestellt. Im Anschluss findet eine Plenumsdiskussion statt.

Das Deutsche Eigenkapitalforum organisieren die Deutsche Börse und die KfW Bankengruppe gemeinsam. Die Veranstaltung ist international die größte Informations- und Netzwerkplattform für Eigenkapital suchende Unternehmen.

Studie (Online-Version) „Wachstum und Unabhängigkeit durch Eigenkapitalfinanzierung – Strukturwandel und Lösungsansätze für den deutschen Mittelstand in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise“

Deutsches Eigenkapitalforum Herbst 2009 in Frankfurt – 13 Jahre Engagement für Eigenkapital suchende Unternehmen

Markus Burgdorf | November 7th, 2009 - 17:00

Die Deutsche Börse und die KfW Bankengruppe veranstalten vom 9. bis 11. November das Deutsche Eigenkapitalforum Herbst 2009 in Frankfurt am Main. Das Forum ist die größte und erfolgreichste Plattform für Eigenkapital suchende und bereits börsennotierte mittelständische Unternehmen in Europa. An den drei Veranstaltungstagen werden über 5.000 Investoren, Analysten, Unternehmer und Intermediäre erwartet.

„Das Deutsche Eigenkapitalforum hat sich als feste Größe unter den wichtigsten Kapitalmarktkonferenzen der Welt etabliert“, sagte Frank Gerstenschläger, Mitglied des Vorstands der Deutsche Börse AG und zuständig für den Geschäftsbereich Xetra. „In den Länderforen stellen sich internationale Unternehmen aus China, Indien, Ukraine und Weißrussland vor. Dies unterstreicht erneut den internationalen Charakter der Veranstaltung.“

“Gerade in der jetzigen Zeit, in der die Finanz- und Wirtschaftskrise viele Marktteilnehmer vorsichtig agieren lässt, ist das Deutsche Eigenkapitalforum ein wichtiger Treffpunkt. Hier bieten sich die Möglichkeit zu vielseitigen Gesprächen und hoffentlich Ansatzpunkte für neue Geschäfte”, sagte Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

Das Eigenkapitalforum bietet Teilnehmern Podiumsdiskussionen, Vorträge und Workshops zu Themengebieten der Unternehmensfinanzierung der Kapitalmarktregulierung sowie zu aktuellen Branchentrends. Zudem präsentieren rund 200 Unternehmen aus dem Prime Standard ihre aktuellen Finanzzahlen. Die Top 25 wachstumsstarken nicht börsennotierte Unternehmen aus den Branchen Alternative Energies, Life Science, Consumer & E-Commerce, High Technology sowie Software & Internet präsentieren sich einem breiten Investorenkreis.

Im Rahmen des Eigenkapitalforums wird außerdem eine Gemeinschaftsstudie der TU München, Ernst & Young und der Deutschen Börse vorgestellt, die Lösungsansätze zur Eigenkapitalfinanzierung für den deutschen Mittelstand in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise untersucht.

Die Deutsche Börse AG als weltweit größter Marktorganisator und die KfW Bankengruppe als führende Förderbank veranstalten das Deutsche Eigenkapitalforum seit 1996 zwei Mal pro Jahr. Die Herbstveranstaltung richtet sich an Unternehmen in der Later Stage-Finanzierungsphase und an gelistete Unternehmen. Im Frühjahr stehen vor allem Unternehmen in der Early Stage- und Wachstumsphase im Mittelpunkt.

DIW fordert politische Unterstützung bei Innovationsfinanzierung und bessere Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital

Markus Burgdorf | November 6th, 2009 - 16:35

Das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Berlin sieht die Finanzierung von Innovationen in Deutschland durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gefährdet. Zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen schlägt das Wirtschaftsforschungsinstitut in seiner aktuellen Untersuchung vor, die Sanierung des Bankensektors entschiedener als bisher voranzutreiben, Venture Capital gezielt zu fördern und die Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital zu verbessern. Unter anderem sollte die Politik eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung einführen. Daneben sollte auch die Begrenzung des Verlustübertrags bei Unternehmensverkäufen gelockert werden, da damit vor allem jungen, innovativen Unternehmen geholfen werden kann.

Das DIW warnt: Sollte die Politik nicht gegensteuern, drohen Investitionen in innovative Projekte zurückzufallen, mit allen Konsequenzen für den Forschungsstandort Deutschland. Deutschland habe schon heute insbesondere bei der Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen Nachholbedarf, weshalb die Finanzierungsbedingungen verbessert werden müssen. Für die derzeitige Krise lassen sich Rückschlüsse aus dem Verhalten der Unternehmen aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit ziehen. Im konjunkturellen Abschwung sind die eigenen Innovationsbudgets – die traditionelle Finanzierung der großen Unternehmen – deutlich zurückgegangen. Viele Unternehmen verschieben deshalb ihre Forschungsvorhaben oder verzichten ganz auf Innovationen. Kleinere und mittlere Unternehmen müssen oft ohne eigenes Forschungsbudget auskommen und sind für ihre Innovationen auf Kapital von Dritten angewiesen. Der Markt für Beteiligungskapital in Deutschland ist aber vergleichsweise schwach entwickelt und sollte unterstützt werden.

Bei den untersuchten Innovationsindikatoren ist Deutschland zum Beispiel hinsichtlich der Verfügbarkeit von Venture Capital nach Rang 9,5 im Vorjahr auf Platz 13 abgerutscht. Im traditionell eher bankorientierten deutschen Finanzsystem ist der hiesige Wagniskapitalmarkt gemessen am Volumen der Investitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt schwach entwickelt. Großbritannien, die USA und auch Schweden stehen hier sehr viel besser da. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist eine verbesserte Gründungsfinanzierung, die besonders auf einen funktionsfähigen Venture Capital-Markt angewiesen ist. Die jüngsten vom Gesetzgeber getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital haben dem DIW zufolge nach den ersten Erfahrungen nicht die gewünschte Wirkung gebracht. Durch die Regelungen der Unternehmensteuerreform wurde zudem die Anerkennung von Verlustvorträgen stark eingeschränkt. Die Europäische Kommission hat diese hier vorgesehenen Nachbesserungen für Wagniskapitalgesellschaften aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken nicht genehmigt, womit zu befürchten ist, dass das Gesetz nur eine geringe Wirkung entfalten wird. Um die Finanzierungsbedingungen für Beteiligungskapital in Deutschland zu verbessern sind daher weitere Initiativen nötig, etwa die uneingeschränkte Anerkennung von Verlustvorträgen für innovative Unternehmen.

Die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital wäre ein wichtiger Beitrag für die Attraktivität des Standortes Deutschland und den weiteren Aufbau einer funktionsfähigen Venture Capital-Finanzierung in Deutschland. Aufgrund der häufig zu beobachtenden räumlichen Nähe von Kapitalgeber und Kapitalnehmer ist bei einer Abwanderung von Beteiligungsgesellschaften auch mit einem Rückgang der Venture Capital-Investitionen und folgerichtig der Innovationsaktivitäten zu rechnen. Das DIW nennt als weitere denkbare Maßnahmen eine steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen in Innovationsbeteiligungsfonds und die steuerliche Gleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital.

Venture Capital Geber sagen schwieriges 2009 voraus

Markus Burgdorf | Dezember 22nd, 2008 - 03:40

Eine Umfrage der NVCA unter Mitgliedern sieht Herausforderungen für das kommende Jahr

Die amerikanischen VC-Firmen erwarten ein schwieriges Jahr für die amerikanische Wirtschaft, die Kapitalmärkte und die VC-Szene, weil die globale Finanzkrise auch auf die Gründer durchschlaägt. Nach den Ergebnissen der dritten Umfrage der National Venture Capital Association (NVCA) wird im kommenden Jahr in den meisten Branchen weniger investiert und der Exit-Markt weiterhin schwach sein. Allerdings rechnen die meisten VCs mit einer Erholung  in 2010, wenn der IPO-Markt wieder eröffnet und die VCs und Firmen, die die Sturm getrotzt haben, gestärkt aus der Krise hervorgehen.

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