Das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Berlin sieht die Finanzierung von Innovationen in Deutschland durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gefährdet. Zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen schlägt das Wirtschaftsforschungsinstitut in seiner aktuellen Untersuchung vor, die Sanierung des Bankensektors entschiedener als bisher voranzutreiben, Venture Capital gezielt zu fördern und die Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital zu verbessern. Unter anderem sollte die Politik eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung einführen. Daneben sollte auch die Begrenzung des Verlustübertrags bei Unternehmensverkäufen gelockert werden, da damit vor allem jungen, innovativen Unternehmen geholfen werden kann.
Das DIW warnt: Sollte die Politik nicht gegensteuern, drohen Investitionen in innovative Projekte zurückzufallen, mit allen Konsequenzen für den Forschungsstandort Deutschland. Deutschland habe schon heute insbesondere bei der Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen Nachholbedarf, weshalb die Finanzierungsbedingungen verbessert werden müssen. Für die derzeitige Krise lassen sich Rückschlüsse aus dem Verhalten der Unternehmen aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit ziehen. Im konjunkturellen Abschwung sind die eigenen Innovationsbudgets – die traditionelle Finanzierung der großen Unternehmen – deutlich zurückgegangen. Viele Unternehmen verschieben deshalb ihre Forschungsvorhaben oder verzichten ganz auf Innovationen. Kleinere und mittlere Unternehmen müssen oft ohne eigenes Forschungsbudget auskommen und sind für ihre Innovationen auf Kapital von Dritten angewiesen. Der Markt für Beteiligungskapital in Deutschland ist aber vergleichsweise schwach entwickelt und sollte unterstützt werden.
Bei den untersuchten Innovationsindikatoren ist Deutschland zum Beispiel hinsichtlich der Verfügbarkeit von Venture Capital nach Rang 9,5 im Vorjahr auf Platz 13 abgerutscht. Im traditionell eher bankorientierten deutschen Finanzsystem ist der hiesige Wagniskapitalmarkt gemessen am Volumen der Investitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt schwach entwickelt. Großbritannien, die USA und auch Schweden stehen hier sehr viel besser da. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist eine verbesserte Gründungsfinanzierung, die besonders auf einen funktionsfähigen Venture Capital-Markt angewiesen ist. Die jüngsten vom Gesetzgeber getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital haben dem DIW zufolge nach den ersten Erfahrungen nicht die gewünschte Wirkung gebracht. Durch die Regelungen der Unternehmensteuerreform wurde zudem die Anerkennung von Verlustvorträgen stark eingeschränkt. Die Europäische Kommission hat diese hier vorgesehenen Nachbesserungen für Wagniskapitalgesellschaften aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken nicht genehmigt, womit zu befürchten ist, dass das Gesetz nur eine geringe Wirkung entfalten wird. Um die Finanzierungsbedingungen für Beteiligungskapital in Deutschland zu verbessern sind daher weitere Initiativen nötig, etwa die uneingeschränkte Anerkennung von Verlustvorträgen für innovative Unternehmen.
Die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital wäre ein wichtiger Beitrag für die Attraktivität des Standortes Deutschland und den weiteren Aufbau einer funktionsfähigen Venture Capital-Finanzierung in Deutschland. Aufgrund der häufig zu beobachtenden räumlichen Nähe von Kapitalgeber und Kapitalnehmer ist bei einer Abwanderung von Beteiligungsgesellschaften auch mit einem Rückgang der Venture Capital-Investitionen und folgerichtig der Innovationsaktivitäten zu rechnen. Das DIW nennt als weitere denkbare Maßnahmen eine steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen in Innovationsbeteiligungsfonds und die steuerliche Gleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital.
Auf dem 6. Pangora E-Commerce Kongress diskutieren die führenden Investoren Christian Leybold (eVenture Capital Partners GmbH), Rainer Maerkle (Holtzbrinck Ventures GmbH) und Oliver Jung in einem Panel die neuesten Entwicklungen in der E-Commerce Investorenszene. Die Diskussionsrunde „E-Commerce Investment-Trends“ findet im Rahmen des 6. Pangora E-Commerce Kongresses am 27. Oktober 2009 um 15.30 Uhr im Maximiliansaal im HVB Forum in München statt.
„E-Commerce-Modelle sind aktuell sehr populär unter Investoren, da sie über ein solides Geschäftsmodell mit direkten Umsatzerlösen verfügen. Speziell der lange vernachlässigte Bereich Mode & Lifestyle findet bei Investoren Anklang“, sagt Jochen Krisch, Betreiber des Fachblogs Exciting Commerce und Moderator der Diskussionsrunde. „Erwähnenswerte Beispiele, die dieses Phänomen belegen, gibt es genug. Amazon übernimmt Zappos; Otto beteiligt sich an Limango; BV Capital investiert in MyFab und nicht nur Shoppingclubs erhalten zum Teil hohe Finanzierungsrunden: Von Stylight über Fashionette bis zu MyBestBrands reicht die Palette an Investments in innovative Konzepte.“
Der 6. E-Commerce Kongress ist hochkarätig besetzt. Trends und Innovationen im Online- Handel wie z.B. „Mobile Shopping“ stehen ebenso auf der Agenda wie Dauerbrenner-Themen Usability, Pricing und Conversion. Das aktuelle Programm steht auf der Website www.e-commerce-kongress.de zum Download zur Verfügung.
Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie hat die Schirmherrschaft über den 6. Pangora E-Commerce Kongress übernommen. Kongresspartner sind Akamai Technologies, Adobe Scene7, DHL PAKET und Netpioneer. Die Medienpartnerschaft haben das Fachmagazin Internet World Business, der News-Service ibusiness und der Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V. (BVDW) übernommen.
Die Teilnahmegebühr beträgt 380 EUR zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer. Die Anmeldung ist über die Website möglich.
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Seit gestern abend wird der Online-Shop Wood’nPlay versteigert. Zu dem Angebot gehören zwei Online-Shops: woodnplay.de und toomanybooks.de
Wood’n'Play bietet Holzspielzeug, Spielwaren, Kindermöbel und Kindergartenartikelauf Basis eines OS-Commerce-Shops, toomanybooks verkauft Bücher und läuft mit Innoga von Inforius. Die Firma setzt Versandhandelssoftware VS/4 von D&G ein, die in 2005 noch 37.417 Euro gekostet hat. Das könnte das Interessanteste am Kauf sein.
Auch die weiteren Assets sind nicht uninteressant:
So, wie es aussieht, wird jedoch die Gesellschaft, die die Shops betreibt nicht mitverkauft und so ist es etwas aufwändig, beim Kauf alles richtig zu machen. Die mitangebotenen Kundendaten können erst auf den Käufer übertragen werden, wenn die Kunden über die Übertragung der Daten informiert wurden und Gelegenheit hatten, der Übertragung zu widersprechen.
Negativ ist auch, dass die Kundendaten offenbar bereits an Adressbroker vermietet wurden, die diese dann für Werbung nutzen.
Hier geht es zur Auktion:
Alle sind auf der Suche nach der nächsten großen Sache, dem nächsten “Big Thing”. In seinem Blog schreibt Alex, worauf Startups achten sollten und welche Fehler sie vermeiden müssen, damit sie sich später nicht an schlechtem Code verschlucken.
Investorenkapital.com bringt Kapitalsuchende und Kapitalgeber zusammen und schafft so einen Mehrwert für die Wirtschaft in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz.
So weit unser Mission-Statement…
Der Antrieb, diese Seite zu starten, liegt in meinen eigenen Erfahrungen bei der Kapitalsuche. Ich habe 2005 einen Online-Marktplatz gestartet und dafür mündliche Zusagen zur Finanzierung nach Erreichung definierter Erfolgskennziffern gehabt. Als ich diese Werte zu 200% erfüllt hatte, ging ich zu den Kapitalgebern zurück und musste dort das Gegenteil von dem erleben, was zugesagt worden war. Offenbar hatte man damit gerechnet, dass wir die vorgegebenen Ziele nie erreichen könnten. So strich uns die Commerzbank sogar die Erlaubnis zum Abbuchen, weil die Beträge sich innerhalb von Wochen vervielfacht hatten. Die Volksbank, zu der wir dann wechselten, erhöhte zwar den Abbuchungskredit, gab natürlich keinen Kontokorrentkredit und zeigte nach Kontenwechsel auch kein Interesse mehr.
Es schloss sich eine Odyssee an, bei der Venture Capital Unternehmen, Privatinvestoren, Kapitalvermittler, Kapitalberater, Banken und Business-Angels beteiligt waren. Teilweise sogar aus USA und Großbritannien. 18 Monate lebten wir immer mit dem Versprechen, dass bald das zum schnelleren Wachstum benötigte Kapital verfügbar wäre.
In der Zwischenzeit habe ich bis auf den letzten Cent alles ins Unternehmen investiert, habe Mitarbeiter bezahlt, Werbung im kleinen Rahmen gemacht und immer wieder an neuen Präsentationen geschrieben. Mit der Zeit wurden die Forderungen der Investoren immer abstruser ” I’ll give you a million Dollars, if you manage to start in US within four weeks”, oder “I need a complete changed business-plan for our 2,000 investors in England” – einige Monate haben wir nahezu jeden dieser Wünsche erfüllt. Es gab mittlerweile fünf Versionen von Business-Plänen nach Wachstumskapitalhöhe, weil jeder etwas anderes wollte. Wir haben uns in dieser Zeit fast zu Tode gerechnet.
Wir wurden nach München eingeladen, sollten dort präsentieren. Als die Präsentation fertig war, meinte der Einladende zu seinem Internetbeauftragten: “Jetzt sehen Sie mal, was die mit vier Leuten geschaffen haben – und Sie kriegen mit 100 Mann unsere Webseite nicht fertig”. Investieren wollte er dann doch lieber nicht – und so blieb das schale Gefühl, einige hundert Euro dafür investiert zu haben, dass der CEO seinen Webmannager mal richtig vorführen konnte.
Schön waren auch die Gespräche mit den Venture-Capital Investmentmanagern, die meist unvorbereitet in die Gespräche kamen, unsere Unterlagen teilweise kritisierten, ohne sie überhaupt gelesen zu haben. In solchen Gesprächen kommt immer irgendwann der Moment, wo man merkt, ob der vorher übersandte Business-Plan gelesen wurde. “Ihre Zahlen sind zu oberflächlich”, meinte ein Investment-Manager während der Präsentation. Als wir ihm sagten, dass er die genauen Zahlenplanungen mit allen variablen bereits vor Wochen zusammen mit dem Business-Plan erhalten habe, gab er zu, sowohl den Plan als auch die Zahlen nicht gelesen zu haben. Die zahlen in der Präsentation waren natürlich nur eine Zusammenfassung der genauen Planungstabellen.
Manche Investment-Manager spielten sich auf, als ob sie die Entscheidung allein treffen würden und machten Ankündigungen, die sie nach Gespräch mit ihren Chefs nicht halten konnten. Andere begannen das Gespräch mit den Worten “Eigentlich wollte ich Sie garnicht einladen, denn eine Chance auf Finanzierung sehe ich nicht…” Bis heute stehen noch Entscheidungen von führenden Gesellschaften aus, ein Herr in Hamburg war so müde, dass er im Gespräch fast einschlief.
Wir bekamen auch Präsentationstermine bei Unternehmen, die gar nicht investieren können, das erfuhren wir aber erst hinterher von anderen Marktteilnehmern.
Teilweise hatten wir mehr Berater als Mitarbeiter. Das Ergebnis: 0 Cent, aber noch mehr Arbeit. Ich brauche dies, ich brauche das, bitte alles in Farbe und gebunden – und so waren wir zwischenzeitig eher eine Business-Plan-Druckerei, als ein Startup.
Immer wieder mussten wir Kundenschutz gewähren, für Leute, die wir nicht einmal kennenlernten. Und manchmal hatten wir den Eindruck, dass Berater uns zu Zufallsbekanntschaften schleppten, um zu beweisen, dass sie überhaupt noch tätig sind. Ein Vermittler schaffte es sogar, überhaupt niemanden anzusprechen, er hatte einfach keine Zeit unsere zehn Präsentationen, Business-Pläne und Finanzpläne auszugeben. Immerhin entschuldigte er sich nach einem halben Jahr bei einem zufälligen Zusammentreffen dafür.
Einladungen zu Präsentationen bekamen wir ständig, aber meist profitierte davon einzig und allein der Veranstalter. Das Prinzip ist einfach: Kapitalsuchende zahlen Beträge zwischen 500 und 3.000 Euro, damit sie vor angeblichen Investoren präsentieren dürfen. Be einem Anbieter waren wir als Beobachter dabei: Es war erschreckend zu sehen, dass manche Gründer vor leeren Sitzreihen präsentierten und dafür auch noch gezahlt hatten.
Um es kurz zu machen: Alles vergeblich, aber nicht umsonst. Wir hätten uns gewünscht, dass es eine ehrliche, offene Plattform gibt, die darstellt, was wirklich läuft und was nicht läuft in der Szene der Startup-Finanzierungen.
Insofern wünschen wir Gründern hilfreiche Erkenntnisse und Finanziers einige interessante Optionen, ihr Geld auch jenseits des Mainstreams zu investieren.
Markus Burgdorf
Nebenbei: Das angenehmste Gespräch hatte ich bei einem Arzt, der optimal vorbereitet war und mit dem man auf einer Ebene diskutieren konnte, die sich deutlich von der der meisten Investment-Manager abhob. Dabei freundlich und nicht abgehoben, wie wir es bei vielen Investment-Managern erlebten.