Wien fördert mobiles Internet, Bewegtbilder und Games mit einer Million Euro

Markus Burgdorf | 23. November 2009 - 11:55

Bereits zum dritten Mal führt das ZIT Zentrum für Innovation und Technologie, die Technologieagentur der Stadt Wien und Tochter des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), mit dem “Call Media Vienna 2010″ einen Förderwettbewerb im Medienbereich durch. Wiener Unternehmen sind aufgerufen, ihre Projekte aus den Bereichen Bewegtbild, mobiles Internet und Games bis 9. März 2010 einzureichen und von einer Expertenjury beurteilen zu lassen. Der Call ist mit insgesamt 1 Million Euro dotiert, 250.000 Euro Förderung sind pro Projekt möglich. Angesprochen sind Wiener Klein- und Mittelunternehmen (KMU) sowie Unternehmensgründer. “Ich freue mich, dass wir bereits zum dritten Mal die Innovationskraft der wachsenden Wiener Medienszene mit Förderungen unterstützen können”, so Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner, “damit wollen wir dem Medienstandort Wien weiteren Auftrieb geben”.

Dynamische Entwicklung der Wiener Medienszene

“Der Medienbereich gehört zu den dynamischsten Bereichen der Wiener Wirtschaft. Mittlerweile sind über 50.000 Menschen in rund 2000 Medienunternehmen in Wien beschäftigt”, erläutert ZIT- Geschäftsführer Claus Hofer die Hintergründe der Förderaktion.

Eine Vielzahl von Unternehmensneugründungen in den vergangenen Jahren unterstreicht diese Entwicklung. Der Großteil der Betriebe sind kleine und kleinste und oftmals auch sehr junge Unternehmen. 70 Prozent beschäftigen weniger als zehn Mitarbeiter, ein Großteil sind Ein-Personen-Unternehmen. Besonders junge Unternehmen entwickeln häufig neue Technologien und Innovationen. Diese durch Beratungsleistungen, Bereitstellung betrieblicher Infrastruktur und Fördermittel zu unterstützen, gehört zu den Kernaufgaben des WWFF und seiner Tochterunternehmen.

Ein Beispiel für diese dynamische Szene ist die Firma Sproing, die in Wien Games für die ganze Welt und alle gängigen Spiele-Konsolen und Plattformen entwickelt. Für eine innovative Spielentwicklungsumgebung, die das Editieren und Entwickeln der Spiele in Echtzeit ermöglicht, wurde die Firma bereits im letzten Jahr vom ZIT gefördert. Dadurch können wesentliche Marktvorteile im internationalen Wettbewerb erreicht werden.

Qualität und Kundenbedürfnisse im Vordergrund

Aufgrund der Entwicklungen und Erfahrungen der letzten Jahre wird der “Call Media Vienna 2010″ diesmal drei Themenbereiche umfassen, die in Zeiten der Medienkonvergenz natürlich zum Teil stark ineinander greifen: Bewegtbild, Mobiles Internet und Games. Diese drei Bereiche stehen exemplarisch und in besonderem Maß für die Chancen und Herausforderungen der im Wandel begriffenen Medienbranche.

Gesucht werden unter anderem Projekte, die die Erhöhung der Qualität von bewegten Bildern und die Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen im Fokus haben. Auch neue Anwendungen für Mobiles Internet sowie innovative Entwicklungen im Games-Bereich umfasst die Förderaktion. Projekte können beispielsweise aus den Bereichen Streaming Media Technologien, Mobile TV, Digital Cinema oder 3D-Film kommen.

Stadt Wien forciert Ausbau des Medienstandorts

Die Stadt Wien trägt der wachsenden Bedeutung des Mediensektors verstärkt Rechnung. Einerseits durch die Entwicklung und den weiteren Ausbau des Medienstandorts Media Quarter Marx im 3. Bezirk. Andererseits durch die bewusste Einbeziehung des Themas Medien in die monetäre Wirtschaftsförderung über die Förderwettbewerbe des ZIT. In den zwei vorangegangenen Calls (Media Vienna 2007 und Motion Media Vienna 2008) konnten insgesamt 29 Projekte mit rund 2,8 Millionen Euro gefördert werden. Damit treibt die Stadt Wien den weiteren Ausbau des Medienstandorts aktiv voran.

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Interview mit Oliver Samwer zum Thema Gründung

Markus Burgdorf | 22. November 2009 - 00:02

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Auf jeden Topf passt ein Deckel – gilt das auch für Investorenkapital?

Markus Burgdorf | 19. November 2009 - 01:54

In der letzten Woche haben wir über das Eigenkapitalforum der Deutschen Börse und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt berichtet. Zu diesem Termin haben sich an drei Tagen über 200 börsennotierte Unternehmen und 25 Börsenaspiranten vorgestellt. Dazu gab es eine Messe für Investmentbanken, Börsengangbegleiter, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und jene 25 Unternehmen, die sich erstmals unter dem Motto “die 25 wachstumsstärksten Unternehmen” den Investoren vorstellen durften.

Vor Ort waren tausende Menschen aus der Finanzszene, so dass es für mich völlig unverständlich war, dass die teilnehmenden Jungunternehmen, bzw. Startups, sich zum Teil nicht mal die Mühe machten, dort ihre Stände zu besetzen. Ob die Vorträge alle stattfanden, weiß ich nicht. In meinem Bereich wurde die Präsentationschance genutzt und es gab auch positive Reaktionen auf die Vorträge. Allerdings – und jetzt komme ich zum Punkt, waren viele Gespräche nicht erfolgversprechend. Die starke Fokussierung auf bestimmte Parameter, vor allem aus dem Bereich Private Equity, liessen manche Gespräche zu einem abrupten Ende kommen. Eine Frage so beantwortet, dass man nicht in das Beuteschema der Investmentmanager passt – und das Gespräch war beendet. Das traf übrigens auch auf diejenigen zu, die nach der Präsentation noch begeistert auf den Präsentatator zugegangen waren und weitere Infos wissen wollten.

Hier drängt sich wieder einmal der Eindruck auf, dass die Vertreter der Investorenseite nur in einem sehr kleinen Korridor investieren und Interesse zeigen. Ich habe das mal mit der Jagd verglichen: Der eine Jäger geht auf Rehe, der andere auf Wildschweine, ein dritter auf Hasen. Wenn man nun aber ein Fuchs ist, dann kann man unbehelligt an den Jägern vorbeimarschieren und sie werden einen einfach übersehen. Hin und wieder hört man auch Internas und bekommt mit, wie gefangen der Investment-Manager in seiner Organisation ist, wie stark er vom Investment-Komitee abhängig ist, das ein Investment nur nach genauer Überprüfung und Schema F genehmigt. Da will man nicht mit ungewöhnlichen Vorschlägen oder gar Ausnahmen auffallen.

In solchen Situationen hört man manchmal von der Investorenseite, wie schade es sei, dass man leider Scheuklappen aufhaben müsse, denn das würde auch manch gute Chance einfach auslassen. Und so muss der Kapitalsuchende mit vielen VC- und PE-Investmentmanagern sprechen, bevor er mal Erfolg haben kann und denjenigen findet, der sich nicht nur für die Ideen und Konzepte begeistert, sondern zufällig auch in dem Bereich investieren kann und darf. Und dann muss auch noch die “Chemie” stimmen und der Investor muss gerade in dem Zeitraum, in dem der Kapitalsuchende vorspricht, Geld im Fonds haben.

Ich habe mich nach dem Eigenkapitalforum hingesetzt und alle Internetseiten meiner Gesprächspartner besucht. Da es sich dabei zumeist um neue Kontakte handelte, war ich zum Teil doch ziemlich erstaunt, welche Geldmengen manche der Unternehmen zur Verfügung haben, bzw. in der Verwaltung betreuen. Einer war dabei, der 1,8 Milliarden in seinem Fonds hat – wenn man den auf einen einstelligen Millionenbetrag anspricht, lächelt der nur müde. Ein anderer war größter Aktionär bei einem Unternehmen unserer Branche – also ein echter Experte. Dieses Unternehmen wird heute an der Börse mit 2,1 Mrd. US$ bewertet. Mich würde interessieren, wann sie da eingestiegen sind.

Witzig war es auch wieder mal mit den Unterlagen: Noch vor einem Jahr waren unsere Geschäftszahlen-Planungen so genau, dass quasi jeder Keks der nächsten Jahre, der im Konferenzraum angeboten und verspeist wird,  aufgeführt war. Viel zu genau, so die Meinung der Gesprächspartner. Das muss auf eine Seite passen! Also presst man alles auf eine Seite und lässt den Keks einfach unter den Tisch fallen. Und was passiert dann? Ganz typisch: Ihre Planung ist viel zu oberflächlich, so kann man das doch nicht zeigen. Nachdem man gelernt hat, dass heute niemand mehr Zeit hat, einen Business-Plan von 100 Seiten zu lesen, feilt man an einem Management-Summary in zwei Sprachen – aber auch das erweist sich bei einigen Gesprächspartnern als nicht ausreichend.

Ein typisches Gespräch von heute: “Wir haben uns Ihr Geschäftsmodell angesehen, das ist ja hochspannend, was Sie da machen. Aber die Umsätze sind noch zu gering (Beuteschema), deshalb setzen wir Sie auf die Watch-List der zu beobachtenden Unternehmen. Machen Sie so weiter, dann kommen wir in zwei Jahren vielleicht zusammen. Ja, wir wissen, dass der Einstieg dann deutlich teurer ist, aber so machen wir das halt.” Und so haben wir wieder das Henne-Ei Prinzip geschaffen: Alles wartet ab, wie ein Unternehmen mit fertiger Technologie den Roll-Out international ohne Geld schafft – und dabei schon zwangsläufig, da das Geld für Vertrieb, Personal, Marketing und Investitionen nicht zur Verfügung steht, seine Ziele nicht erreichen kann. Und dann heißt es: Siehste, das haben wir uns ja gleich gedacht…

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Studie verdeutlicht die hohe Bedeutung der Eigenkapitalfinanzierung für Innovation und Wachstum

Markus Burgdorf | 9. November 2009 - 12:47

Eine gemeinschaftliche Studie der TU München, Ernst & Young und der Deutschen Börse hat nun die Ursachen für diesen Trend zu einem Mehr an Eigenkapital untersucht und zugleich die Bedeutung des Börsengangs für die Unternehmensentwicklung und die Volkswirtschaft analysiert.

„Die Mehrheit der Unternehmen finanziert mit dem Börsengang Wachstumsstrategien und stärkt die Eigenkapitalbasis“, sagte Frank Gerstenschläger, Mitglied des Vorstands der Deutschen Börse. „Die Studie zeigt deutlich, dass die Unternehmen nach dem Börsengang ihre in- und ausländischen Umsätze steigern, ihr Geschäft stärker diversifizieren und mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken.“

Die Studie zeige, dass es einen Weg zurück zur traditionellen banken- und fremdkapitalorientierten Finanzierung für viele Unternehmen nicht mehr geben wird, sagte Ulrich Lenz von Ernst & Young: „Nur mit einem breiten Finanzierungsansatz und einem klaren Fokus auf Eigenkapital können Unternehmen in der Zukunft ihre Unabhängigkeit sichern und neue Wege zu profitablem Wachstum beschreiten.“

Die Studie zeige aber auch, dass auf dem Weg zu tieferen Eigenkapitalmärkten und einer ausgeprägten Aktienkultur noch eine Reihe von Hindernissen überwunden werden muss, sagte Christoph Kaserer, Univ.-Prof. der TU München. Anderen Ländern, insbesondere den angelsächsischen, sei es gelungen, diese abzubauen. „Deutschland muss einen Weg finden, um sowohl nachfrageseitig, also für die Unternehmen, als auch angebotsseitig, also auch für die Investoren, einen aktiveren Markt für Eigenkapital zu entwickeln.“

Auf dem 13. Deutschen Eigenkapitalforum Herbst vom 9. bis 11. November in Frankfurt wird die Studie „Wachstum und Unabhängigkeit durch Eigenkapitalfinanzierung – Strukturwandel und Lösungsansätze für den deutschen Mittelstand in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise“ vorgestellt. Im Anschluss findet eine Plenumsdiskussion statt.

Das Deutsche Eigenkapitalforum organisieren die Deutsche Börse und die KfW Bankengruppe gemeinsam. Die Veranstaltung ist international die größte Informations- und Netzwerkplattform für Eigenkapital suchende Unternehmen.

Studie (Online-Version) „Wachstum und Unabhängigkeit durch Eigenkapitalfinanzierung – Strukturwandel und Lösungsansätze für den deutschen Mittelstand in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise“

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Deutsches Eigenkapitalforum Herbst 2009 in Frankfurt – 13 Jahre Engagement für Eigenkapital suchende Unternehmen

Markus Burgdorf | 7. November 2009 - 17:00

Die Deutsche Börse und die KfW Bankengruppe veranstalten vom 9. bis 11. November das Deutsche Eigenkapitalforum Herbst 2009 in Frankfurt am Main. Das Forum ist die größte und erfolgreichste Plattform für Eigenkapital suchende und bereits börsennotierte mittelständische Unternehmen in Europa. An den drei Veranstaltungstagen werden über 5.000 Investoren, Analysten, Unternehmer und Intermediäre erwartet.

„Das Deutsche Eigenkapitalforum hat sich als feste Größe unter den wichtigsten Kapitalmarktkonferenzen der Welt etabliert“, sagte Frank Gerstenschläger, Mitglied des Vorstands der Deutsche Börse AG und zuständig für den Geschäftsbereich Xetra. „In den Länderforen stellen sich internationale Unternehmen aus China, Indien, Ukraine und Weißrussland vor. Dies unterstreicht erneut den internationalen Charakter der Veranstaltung.“

“Gerade in der jetzigen Zeit, in der die Finanz- und Wirtschaftskrise viele Marktteilnehmer vorsichtig agieren lässt, ist das Deutsche Eigenkapitalforum ein wichtiger Treffpunkt. Hier bieten sich die Möglichkeit zu vielseitigen Gesprächen und hoffentlich Ansatzpunkte für neue Geschäfte”, sagte Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

Das Eigenkapitalforum bietet Teilnehmern Podiumsdiskussionen, Vorträge und Workshops zu Themengebieten der Unternehmensfinanzierung der Kapitalmarktregulierung sowie zu aktuellen Branchentrends. Zudem präsentieren rund 200 Unternehmen aus dem Prime Standard ihre aktuellen Finanzzahlen. Die Top 25 wachstumsstarken nicht börsennotierte Unternehmen aus den Branchen Alternative Energies, Life Science, Consumer & E-Commerce, High Technology sowie Software & Internet präsentieren sich einem breiten Investorenkreis.

Im Rahmen des Eigenkapitalforums wird außerdem eine Gemeinschaftsstudie der TU München, Ernst & Young und der Deutschen Börse vorgestellt, die Lösungsansätze zur Eigenkapitalfinanzierung für den deutschen Mittelstand in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise untersucht.

Die Deutsche Börse AG als weltweit größter Marktorganisator und die KfW Bankengruppe als führende Förderbank veranstalten das Deutsche Eigenkapitalforum seit 1996 zwei Mal pro Jahr. Die Herbstveranstaltung richtet sich an Unternehmen in der Later Stage-Finanzierungsphase und an gelistete Unternehmen. Im Frühjahr stehen vor allem Unternehmen in der Early Stage- und Wachstumsphase im Mittelpunkt.

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DIW fordert politische Unterstützung bei Innovationsfinanzierung und bessere Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital

Markus Burgdorf | 6. November 2009 - 16:35

Das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Berlin sieht die Finanzierung von Innovationen in Deutschland durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gefährdet. Zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen schlägt das Wirtschaftsforschungsinstitut in seiner aktuellen Untersuchung vor, die Sanierung des Bankensektors entschiedener als bisher voranzutreiben, Venture Capital gezielt zu fördern und die Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital zu verbessern. Unter anderem sollte die Politik eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung einführen. Daneben sollte auch die Begrenzung des Verlustübertrags bei Unternehmensverkäufen gelockert werden, da damit vor allem jungen, innovativen Unternehmen geholfen werden kann.

Das DIW warnt: Sollte die Politik nicht gegensteuern, drohen Investitionen in innovative Projekte zurückzufallen, mit allen Konsequenzen für den Forschungsstandort Deutschland. Deutschland habe schon heute insbesondere bei der Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen Nachholbedarf, weshalb die Finanzierungsbedingungen verbessert werden müssen. Für die derzeitige Krise lassen sich Rückschlüsse aus dem Verhalten der Unternehmen aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit ziehen. Im konjunkturellen Abschwung sind die eigenen Innovationsbudgets – die traditionelle Finanzierung der großen Unternehmen – deutlich zurückgegangen. Viele Unternehmen verschieben deshalb ihre Forschungsvorhaben oder verzichten ganz auf Innovationen. Kleinere und mittlere Unternehmen müssen oft ohne eigenes Forschungsbudget auskommen und sind für ihre Innovationen auf Kapital von Dritten angewiesen. Der Markt für Beteiligungskapital in Deutschland ist aber vergleichsweise schwach entwickelt und sollte unterstützt werden.

Bei den untersuchten Innovationsindikatoren ist Deutschland zum Beispiel hinsichtlich der Verfügbarkeit von Venture Capital nach Rang 9,5 im Vorjahr auf Platz 13 abgerutscht. Im traditionell eher bankorientierten deutschen Finanzsystem ist der hiesige Wagniskapitalmarkt gemessen am Volumen der Investitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt schwach entwickelt. Großbritannien, die USA und auch Schweden stehen hier sehr viel besser da. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist eine verbesserte Gründungsfinanzierung, die besonders auf einen funktionsfähigen Venture Capital-Markt angewiesen ist. Die jüngsten vom Gesetzgeber getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital haben dem DIW zufolge nach den ersten Erfahrungen nicht die gewünschte Wirkung gebracht. Durch die Regelungen der Unternehmensteuerreform wurde zudem die Anerkennung von Verlustvorträgen stark eingeschränkt. Die Europäische Kommission hat diese hier vorgesehenen Nachbesserungen für Wagniskapitalgesellschaften aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken nicht genehmigt, womit zu befürchten ist, dass das Gesetz nur eine geringe Wirkung entfalten wird. Um die Finanzierungsbedingungen für Beteiligungskapital in Deutschland zu verbessern sind daher weitere Initiativen nötig, etwa die uneingeschränkte Anerkennung von Verlustvorträgen für innovative Unternehmen.

Die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital wäre ein wichtiger Beitrag für die Attraktivität des Standortes Deutschland und den weiteren Aufbau einer funktionsfähigen Venture Capital-Finanzierung in Deutschland. Aufgrund der häufig zu beobachtenden räumlichen Nähe von Kapitalgeber und Kapitalnehmer ist bei einer Abwanderung von Beteiligungsgesellschaften auch mit einem Rückgang der Venture Capital-Investitionen und folgerichtig der Innovationsaktivitäten zu rechnen. Das DIW nennt als weitere denkbare Maßnahmen eine steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen in Innovationsbeteiligungsfonds und die steuerliche Gleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital.

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Creathor Venture erweitert Life Science Portfolio mit Investment in Biotech-Unternehmen CEVEC

Markus Burgdorf | 4. November 2009 - 23:27

CEVEC Pharmaceuticals betreibt mit dem CAP®-Expressionssystem eine Produktionsplattform für komplexe therapeutische Proteine, deren Kommerzialisierung nun mit der Finanzierungsrunde vorangetrieben werden kann. Neben den Lead-Investoren Creathor Venture und der NRW.BANK beteiligten sich die Altgesellschafter Sparkasse KölnBonn, der ERP Startfonds der KfW und einige Privatinvestoren an der Finanzierung. Dem Unternehmen gelingt so der Abschluss einer 4 Millionen Euro-Finanzierung.

Die CEVEC Pharmaceuticals wurde 2001 als Ausgründung aus der Universität Köln von mehreren Professoren gegründet. Seit 2004 konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Vermarktung von sogenannten Zellexpressionsystemen. Diese eignen sich besonders für die Herstellung von proteinbasierten Wirkstoffen, die sehr nahe am menschlichen Ursprungsprotein sein müssen, um möglichst hohe Haltbarkeit und Wirksamkeit zu erreichen und Nebenwirkungen zu vermeiden. Auch für die Herstellung von Impfstoffen ist das CAP®-System prädestiniert.
Karlheinz Schmelig und Anne Friedrich von Creathor Venture sowie Dr. Aristotelis Nastos, NRW.BANK, kommentieren: „Der globale “Markt für Proteinproduktion ist in einer Phase, in der ein neues und leistungsfähiges humanes Produktionssystem genau richtig kommt. Beeindruckt hat uns auch das sehr erfahrene Management der CEVEC sowie die Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams.

Dr. Rainer Lichtenberger und Wolfgang Kintzel, die beiden Geschäftsführer der CEVEC, freuen sich über den erfolgreichen Abschluss: „Die beiden neuen aber auch die alten Investoren unterstützen die Unternehmensstrategie und haben mit der Finanzierung für die nötigen Ressourcen gesorgt, um unser ambitioniertes Wachstumsziel zu erreichen und Marktführer im Bereich humaner Zellexpressionssysteme zu werden.”

Gangolf Ehlen, Investmentmanager der Sparkasse KölnBonn und Beiratsvorsitzender der CEVEC, ergänzt: „Die hervorragende Entwicklung der CEVEC wird durch den erfolgreichen Abschluss dieser Finanzierung eindrucksvoll bestätigt. Wir konnten damit nicht nur eine Wertsteigerung unserer Beteiligung erzielen, sondern freuen uns auch, zwei neue, im Biotechnologie-Markt erfahrene Investoren an Bord holen zu können.“

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