Sqip wirft viele Fragen auf
10. März 2009In den letzten Wochen erhielten wir viele Mails von Anbietern eines neuen Multi-Level-Marketing-Systems namens SQIP. Eine erste Internetrecherche auf sqip.com führte auf eine japanische Seite mit einem niedlichen Flash-Intro, also weiter gesehen und so kamen wir dann auch zu sqipcom.com, einer bei Keyweb in Deutschland gehosteten Seite.
Die Seite verspricht, dass SQIP das neue große Ding im Internet werden soll. Man möchte Online-Marktplatz, Social Community, Bezahlsystem, MP3-Suche, Frage-Portal, Freemail, Werbung, Dating und noch einiges mehr auf einem neuen Portal vereinen. Heute ist die Seite noch in Englisch, soll aber demnächst auch in deutscher Sprache kommen. Clou des Ganzen soll sein, dass man PEP kauft. Unter PEP versteht SQIP Private Equity Points, die für mindestens 100 Euro gekauft werden sollen. Mit diesem eingesammelten Geld will SQIP dann wachsen.
Nach dem typischen Schneeballsystem sollen dann die Affilate-Partner und/oder Stakeholder Geld verdienen. Das erinnert doch ziemlich an so manchen anderen Start.
Laut Webseite kauft der durchschnittliche Affilate für 560 Euro PEPs. Dazu gibt es dann einen tollen Rechner, der einem zeigt, was man verdienen kann, wenn man 5 Leute wirbt, die wiederum je 5 Leute werben, die wiederum je 5 Leute werben. Bei nur 100 Euro Investition bekommt man laut Rechner dann in 5 Stufen 3905 Mitglieder zusammen und verdient 39.050 Euro.
Klasse Sache, wenn das Leben so einfach wäre. Aber wenden wir uns mal den Fakten zu, die wir der Webseite entnehmen: Es gibt unter der Seite einen Investorenfragebogen, der uns doch schmunzeln lässt. PEPs haben keine Rechte, aber das Versprechen, monatlich Dividende zu erhalten. Die in die Zukunft gerichteten Aussagen sind sehr euphorisch und damit auch gefährlich. Für uns sieht das nach einer mehr oder weniger geschickten Umgehung der Vorschriften und Gesetze aus. Inwieweit dieses Verfahren Bestand hätte, wenn es von der BAFIN geprüft würde?
Wer steckt dahinter? Lassen wir Sqip selber antworten:
“What began as fun discussions between friends gradually evolved into Sqip. Developers, designers, technicians, business, legal and finance people/companies from around the world heard about Sqip and got involved in making it happen. SqipCom Ltd is a ‘Social Enterprise’ company which channels its’ profits to support other Social Enterprises, environmental, artistic & education projects.”
Das hört sich nett an und vor allem gaaanz groß. Die Ltd. sitzt nach Angaben der Seite hier: Suite 1, Mec Complex, Avenue D’Aroha, Providence, Mahe, Seychelles (die Adresse wurde so, wie sie geschrieben stand, von der Seite entnommen).
Falls jetzt aber doch bei einem der Investoren (und nichts anderes sind die Werber, die selbst Geld einbringen müssen) Zweifel kommen, so verweist die Seite auf die Zusammenarbeit mit einem börsennotierten Unternehmen, der Global IP Solutions Holding AB mit Sitz in Norwegen. Der Link zur Bestatigung der Aussage mit gleich mitgeliefert:
Man könnte auch direkt auf die Seite verlinken, aber das macht wohl nicht genug her. Witzig ist nur, dass die Global IP Solutions Holding einen Vertrag mit einer SQIP GBR geschlossen haben soll. Darf eine GBR in Deutschland SQIP heißen? Nein, darf sie nicht. Denn eine Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (GBR) darf keinen Phantasienamen führen. Insofern ist der Versuch, die Seriosität mit dem Link nachzuweisen, hinfällig.
Bleibt das Impressum der Seite, die ja schließlich in Deutschland gehostet wird. Muss man noch erwähnen, dass am 10. März 2009 kein gültiges Impressum auf der Seite war? Immerhin gibt es eine Kontaktseite, die sich per Pop-Up öffnet und eine Anschrift in London als Postanschrift nennt: SqipCom Ltd, 95 Wilton Road, Suite 3, London, SW1V 1BZ, United Kingdom. Dort sitzen viele Firmen, im gleichen Büro firmiert auch eine Real Estate & Capital Investment Limited, eine Quo Vadis Consult Ltd und und und. Die Adresse ist in Fachkreisen bereits bekannt, wie man unter dem Link unter Quo Vadis schnell herausfindet.
Wer also Mails erhält, durch die er animiert werden soll, bei SQIP zu investieren, sollte etwas genauer hinsehen. Mit etwas mehr Recherche findet sich sicher noch mehr…


timber Juli 2nd, 2009 at 08:47
ich würde auf jeden fall auch eine google recherche zum CEO von sqip empfehlen: “christian fortune” +forex
da findet sich info zu seinen älteren unternehmungen