Gründerszene hat einen anschaulichen Artikel über Medienarbeit für Gründer verfasst, auf den wir hier hinweisen möchten. Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die sich mit der Kommunikation von jungen Unternehmen befasst.
Von dem Artikel angeregt, möchten wir dazu auch einige Tipps aus eigener Erfahrung geben:
1. Nicht entmutigen lassen
“Die Pressearbeit für ein Start-up ist aufgrund der oft begrenzten Zeitressourcen und geringen finanziellen Mittel immer eine Herausforderung”, weiß Markus Burgdorf von der ideo Kommunikationsberatung, “hier ist Kontinuität ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Viele lassen sich davon negativ beeindrucken, dass ihre erste Pressemitteilung nicht gleich großen Anklang in den Medien findet.” Oft warten die Journalisten erst mal ab, ob das Start-up die nächsten Wochen überlebt und vergessen darüber im täglichen Stress, dass es diese Firma überhaupt gibt. Schreiben Sie deshalb über Ihre Fortschritte.
2. Professioneller schreiben
Eine Pressemitteilung ist wie eine Pyramide aufgebaut. Das Wichtigste zuerst und erst dann in die Breite gehen. Denken Sie aber auch an den Leser, der zuerst die 5 W-Fragen beantwortet haben möchte: Wer macht wo was warum wie. Die Reihenfolge der Ws kann variieren, sie sollten aber bereits am Anfang der Pressemitteilung auftauchen.
Überfordern Sie den Leser nicht: “Es ist schön, wenn man technische Innovationen verkünden kann, allerdings sollte dabei aber der Nutzen für den Anwender den Vorzug vor der Detailbeschreibung der technischen Lösung haben. Nutzen Sie Beispiele, zeigen Sie Lösungen von Problemen auf.
3. Lassen Sie sich nicht das Geld aus der Tasche ziehen
Sobald Sie irgendwo im Internet auftauchen, ziehen Sie “Wunderheiler” und “Großversprecher” an. Lassen Sie sich kein x für ein u vormachen. Gerade im Bereich der Internet-Pressemitteilungsseiten gibt es mehr Schatten als Licht. Vorsicht vor dem Abschluss von Verträgen, die Sie für längere Zeit an einen Dienstleister binden sollen. Wenn diese Verkäufer bei Ihnen anrufen, vereinbaren Sie eine kostenlose Probe für einen Monat und schauen Sie genau hin, auf welchen Seiten Ihre Pressemitteilung dann erscheint. Oft sind es nur weitere Seiten des gleichen Anbieters, die als Pressemitteilungsfriedhöfe eingerichtet wurden und kaum Traffic aufweisen. Wir empfehlen www.open-pr.de für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen. Erwarten Sie nicht zuviel davon, auch open-pr kann nur eine Schiene sein.
Hüten Sie sich vor allen, die für 100 Euro Ihre Pressemitteilung an 1000 Journalisten senden wollen. Das sind Angebote, die auf einem Script basieren (Presseagentur oder Marketingagentur), welches man für 30 Euro bei eBay oder amprice kaufen kaufen kann. Die 100 Euro könnten Sie auch gleich verbrennen, denn selbst wenn hier wirklich ihre Pressemitteilung versandt werden sollte, dann basiert der Adressenstamm des Anbieters höchstwahrscheinlich auf jahrealten Daten. Das Ergebnis wird ernüchternd sein.
4. Die richtigen Medien addressieren
Sinn macht der Versand einer Pressemitteilung nur, wenn Sie auf dem Tisch oder Bildschirm des zuständigen Redakteurs landet. Jeglicher Versand an info@verlagxy.de oder redaktion@titelxy.de kann man sich sparen. Der Verteileraufbau ist zeitaufwändig oder kostet Geld, wenn man ihn von einer professionellen Agentur machen lässt. Aber er ist der Grundstock für die erfolgreiche Pressearbeit.
5. Vermeiden Sie Superlative
Klar, Ihre Firma ist die Beste, Innovativste, eigentlich dass, worauf die Welt immer gewartet hat. Bleiben Sie dennoch cool und etwas distanziert. Wir sehen immer wieder Pressemitteilungen von Start-ups, die einfach unseriös durch Übertreibung daer kommen. Das kann zwar für etwas Aufsehen sorgen, aber denken Sie daran, dass Sie die Ankündigungen auch schaffen müssen, sonst wird es einfach peinlich.
6. Ein PR-Konzept schadet nie
Genauso wie man als Gründer einen Business-Plan schreiben sollte, um seine Pläne zu sortieren und sich ernsthaft und genau mit dem Vorhaben zu beschäftigen, sollte man auch für die Kommunikation ein Konzept erstellen. Der Aufbau des Konzepts ist immer gleich:
Mit diesen sieben Fragen lässt sich das Gerüst für ein Konzept aufbauen, natürlich kann man die Punkte, insbesondere im Bereich der Maßnahmen noch erweitern (Medien, Finanzinvestoren, lokales Umfeld, Wettbewerber, etc.)
7. Medienarbeit kostet Geld
Dass gute und professionelle Arbeit Geld kostet, hat sich eigentlich bereits herumgesprochen. Nicht so in der Öffentlichkeitsarbeit. Da kann ja jeder mitreden (bei der Werbung ist es nicht anders). Bedenken Sie, dass eine eingeschaltete Agentur für ihre Leistungen auch Geld bekommen muss. Selbstverständlich? “Wir hatten in den letzten Jahren mehrere Start-ups, die mittlere und große Aufträge platziert haben”, so Burgdorf von ideo, “dann aber nicht zahlen konnten. Deshalb sind wir heute etwas vorsichtiger geworden. In einem Fall ließ man uns mit über 10.000 Euro Fremdkosten und 10.000 Euro Honorarkosten sitzen. Die Seite ist noch immer im Netz, aber als Limited mit einem Pfund Grundkapital nicht mal einen Mahnbescheid wert, sagt unser Rechtsanwalt. Deshalb treten wir heute nicht mehr so stark in Vorleistung.”
8. Nutzen Sie Profi-Tools
Wer finanziell schon etwas besser ausgestattet ist, kann auf Profi-Tools zurückgreifen. So bieten ideo und materndienste.de zum Beispiel Materndienste und Pressedienste an. Ein Pressedienst ist ein professionell gestalteter redaktioneller Beitrag, der an 3.200 Redaktionen versandt wird. Mit einem Preis von 1.950 Euro ist dieser Versand günstiger, als eine selbstversandte Pressemitteilung an einen größeren Verteiler. Die Auflagen der Pressedienste sind sehr themenabhängig und bewegen sich in einem Spektrum von mehreren hunderttausend bis zu mehreren Millionen. Das besondere dabei ist, dass der Beitrag schon fix und fertig an die Redaktionen geliefert wird.
Ähnlich und doch ganz anders verhält es sich mit dem Materndienst: Hier kann man die Auflage selbst wählen und bekommt diese dann in einem Zeitraum von nur sechs Wochen garantiert. Hier sind – je nach eingesetztem Budget – bis zu 12 Millionen Auflage pro Woche (!) möglich. Schneller kann man kaum eine große Zielgruppe ansprechen. Auch größere Internetunternehmen wie kijiji oder Autoscout24 nutzen Materndienste für ihre Kommunikation.
Zu den Verbreitungswegen für Ihre Informationen zählen auch Trigami mit ihrem Modell der Blog-Rezensionen (sie geben ein Budget und Trigami sucht für Sie Blogger, die über Ihr Unternehmen, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung schreiben) oder Avandy, die am 1. April 2008 mit der Lieferung von kostenfreiem Kontent für Blogger starten werden.